Der Weg ist das Ziel

...ich erkläre Selbstmanagement, den Einsatz von Mentaltrainings und NLP anhand meiner persönlichen Erfahrung....

Petra Kamper, MSc

Dipl. Kommunikations- und Mentaltrainerin


Wer Tipps und persönliche Ratschläge zu den oben genannten Themen loswerden möchte, ist dazu herzlichst eingeladen. Lasst uns bitte daran teilhaben und gemeinsam darüber diskutieren.


petrakamper.at | info@petrakamper.at

**********************************************************


After-"Way"

Wie ist das Feedback nach diesem Abenteuer?

 
Ich kann mir vorstellen, dass dazu jeder Jakobsweg-Geher eine andere Erfahrung hat.
Meine persönliche Meinung ist: man sollte sich genau überlegen, wem man seine "Stories" vom "Weg" erzählt. Diejenigen, die diesen Weg (noch) nicht gegangen sind, tun sich oft schwer, die Erzählungen nachzuvollziehen.



Frustration - Erwartungshaltung

Die Euphorie, das Erlebte mitzuteilen, stößt oft auf Unglaube, Unverständnis oder Kopfschütteln... Der Weg schafft oft ein Ghetto der Begeisterten, in dem sich Wanderer/Pilger mit dem selben Ziel in Richtung Santiago bewegen und eigene Energien/Synagien kreiieren. Oft bewegt man sich
dann zuhause wie in Trance weiter in diesem positiven Zustand und versucht, diese Energie ins "reale" Leben mitzunehmen... das ist mühsam. Warum? Weil nicht mehr alle in deiner Umgebung mit dem selben positiven Ziel (Santiago sicher und relativ gesund zu erreichen) gleichgepolt sind... und man somit nicht, wie am Jakobsweg, automatisch eine Situation von Zugehörigkeit und non-verbales Verständnis vorfindet. Schade eigentlich!
 
Persönliche Empfehlung

Ich finde, eine psychologische Nachbetreuung der Pilger wäre sehr empfehlenswert, wenn man sich in der "Gegenwart" wiederfindet. Durch professionelle Unterstützung kann die gewohnte Umgebung sowie der routinierte Alltag mit dem Erlernten vom Weg geschickt und nützlich verbunden werden.
Diese Idee hatten die Belgier: In Santiago gibt es ein Office für Pilger, die nach langer Wanderung in Santiago angekommen sind und sich mitteilen wollen. Und das Büro hat regen Andrang. Besetzt wird das Office das ganze Jahr über mit Freiwilligen aus Belgier. Es gibt sogar schon Wartelisten der Freiwilligen für 2014! Wer will nicht in dieser Stadt den Pilgerspirit 2 Wochen lang miterleben und tolle Geschichten der Wanderer hören?!

Eine tolle Idee!



Natur - Kraftressourcen - Schmerzen

Die Verbindung zur Natur wird auf dem Jakobsweg sehr stark wahrgenommen - und zwar mit allen Sinnen. Der Duft knapp vor dem Regenguss. Das Gefühl der Sonnenstrahlen auf der Haut nach einem kalten nebeligen Morgen. Der Geschmack von einer heißen Suppe nach einer langen Wanderung mit Wind und Regen...
 
Der Anblick von farbenstarken Regenbögen!
 
 

Grenzen ausloten

Man stößt öfters an seine Grenzen: Wetter, andere Pilger, Schlafgelegenheiten, Hygiene, Sprachbarrieren uvm. Erst hier erkennt man seine Schwächen und Stärken und hier heißt es nun: Was kann mich der Weg lehren? Woran muß ich persönlich arbeiten? Bin ich hektisch? Bin ich schnell genervt? Wie kann ich der jeweiligen Situation begegnen, damit ich meine innere Kraft nicht unnutz verbrauche? Äußere Einflüsse finde ich nicht nur am Pilgerweg! Daran hat man sicher zu nagen... aber man lernt sich (oder nicht), wie man SEINEN Weg geht und was man und was nicht auswählt, mit wem man kommuniziert, wann man kommuniziert und wann man alleine geht.



Persönliche Einschätzung

Die Einteilung der persönlichen Ressourcen ist natürlich individuell. Jeder sollte die Strecke machen, die sich an diesem Tag gut anfühlt. Ausfälle durch Verletzungen, Entzündungen, Blasen an den Füßen etc. sind keine Seltenheit am Jakobsweg. Hier werden Kraftressourcen mit dem eigentlichen tieferen Ziel des Jakobsweges verwechselt - auf dieses persönliches Ziel kommt man vielleicht während des Gehens...

In meinem Fall: Spanien- und Jakobswegs-Flair aufsaugen, Zeit für mich, Gehen als persönliches Abschalten vom Alltag, von den Gesundheitsproblemen,... sowie neue Kontakte knüpfen und die Geschichte anderer Pilger hören.




Erfahrung - jeder macht seine

Für mich war der Weg auch eine Art "Psychologische Kur". Man spricht über Dinge, die einem vielleicht zwischen Arbeits- und Freizeitstress zuhause nicht gekommen wären. Man hört anderen zu. Man ist für andere da, ohne groß als Berater zu wirken. Man ist einfach DA. Und auf der anderen Seite sind andere für einen da. Und das oft genau dann, wenn man es braucht. (-;

Das ist der "camino".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen